Freitag, 19. Februar 2016

Tag 31 - Festung Königstein/Dresden

Probanden: Just me

Sport: Ca. 12km Wanderung - davon 6km zur Festung Königstein, Rest in Dresden

Essen: Kartoffelsuppe mit veganen Würstchen (Mittag) und Tapas in der Touri-Hölle

Erwähnte ich schon, dass ich mich (außer den Verabredungen natürlich) von einem Tag zum nächsten hangele. Nichts ist geplant und das ist wunderbar. Meist ergeben sich dann aus Tipps der "Probanden" wunderbare Ziele, wie auch in dem Falle.

Ganz, ganz früh mach ich mich auf den Weg. Es ist noch dunkel, als ich das Wohngebiet von Anett verlasse. Die Wetter-App hatte für den Vormittag noch Sonne angesagt: Ziel ist Festung Königstein - das muss man gesehen haben, hab ich gehört.

Aber erstmal muss man heile ankommen. Bei Dunkelheit gar nicht so leicht in einem so dicht bewaldeten Gebiet. Das Reh und ich wir hatten beide Glück.. 3 Sekunden später aber nicht weiter drüber nachdenken.

Was ich über die gefühlt ewig lange Strecke bis zur Autobahn an Landschaft sehe, ist unbeschreiblich. Als die Sonne in dem weiß bepuderten Gebiet aufgeht, ist es grandios. Aber... es gibt in der Tat auf der Landstraße keine Option, mein WoMo mal anzuhalten und das fotografisch festzuhalten. Ich verzichte aus guten Gründen auf Free-Style während der Autofahrt.

Zwischendurch überleg ich, ob ich mal das Navi überprüfen soll, ob ich "Autobahn vermeiden" eingegeben hab... es dauert ewig, bis mich ein blaues Schild anlacht und ich etwas entspannter Richtung Königstein fahren kann.

Ich parke im Ortskern, um zur Festzung hochzulaufen. Man kann dort auch direkt parken aber wer will das schon. Ich zumindest nicht.

Was mich hier auf dem ersten Foto so beeindruckt, sind die Hochwassermarken. Das zweite von Oben ist das 2002er-Hochwasser. Unglaublich, oder? Der Ort auch wirklich zuckersüss, der Anstieg zur Festung nicht ganz so.


Aber als die ersten Aussichten zu sehen sind, lohnt sich jede Anstrengung (generell sowieso).


Die Festung wirkt von Außen schon gigantisch.. wenn man dann hier durch den Eingang kommt und sich vorstellt, dass hier Wägen mit Pferden hoch mussten.. (es gab Wagenseile). Grandios.


Und als ich dann an den Festungsmauern entlang laufe, kommt ein Ohhh und ein Ahh nach dem anderen. Auf Bildern nicht festzuhalten aber ein wirklicher Traum, ein heute weiß gepuderter Traum.





Hier komme ich mit einem Herrn ins Gespräch, der aus Neubrandenburg kommend auch alleine unterwegs ist. Wir sind uns einig, dass wir zwar nicht die beste Reisezeit gewählt haben (er verbummelt den Resturlaub auf den Spuren seiner Kindheit) aber heute dafür belohnt werden - und natürlich generell belohnt werden, dass man dann auf so einer Festung fast alleine ist.



Ein wirkliches Muss, wenn man in der Nähe ist. Auf- und Abstieg inkl. Umrundung waren 6km - das hat sich mal echt gelohnt.

Dass sich das nächste Ziel lohnt, das weiß ich ja schon. Nicht mein erster Besuch in Dresden. Ich tue mich zwar mit der Stellplatzsuche schwer, ende aber letztendlich direkt gegenüber der Altstadt und nur 900m vom nächsten Kieser weg, was mich am nächsten Tag bzgl. Dusche retten wird.

In Dresden schneit es fortwährend, auch nicht wirklich gemütlich. Deswegen gibt es auch hier wenig Fotos aber es war nicht ganz so fröstelig wie in Berlin. Aber Fotos von Dresden bei strahlendem Sonnenschein hab ich auch schon zu Genüge.



Das Foto entsteht, weil die Straße Richtung Frauenkirche üblicherweise von Touristen überströmt ist, man muss sich durchquetschen - so sieht es heute aus.



Und gerade, als ich mich frage, warum in einer so schönen Gegend und in einer so schönen Stadt, so viel verwirrte rechte Genossen wohnen, sehe ich, dass das vielen Dresdnern auch nicht gefällt.


An der Semper-Oper wechselnde Zitate gegen Rechts auf der LED-Wand.


Der Zwinger - auch im Schneeregen noch schön und noch nie so leer gesehen.



Und wieder...


Den Abend beschließe ich nach einem Kinofilm mit Tapas in der Touri-Meile und bin früh zurück in meinem WoMo.


Kommentare:

  1. ...wirst Dein WoMo gar nicht mehr hergeben wollen, my dear, hm? TOLLE Rundfahrt, die Du uns da huckepack spendierst!!!:-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Miss Mountain!

      Ich hab so viel an Dich gedacht und an Dein bevorstehendes Abenteuer. Ich freue mich schon, wenn wir nächste Woche darüber plaudern können.

      Kuss Anja

      Löschen
  2. Ach ja, Dresden und Umgebung immer eine Reise wert, sogar im tiefen Winter. Nun geht die Reise bald zu Ende, wenn du Probleme hast mit dem gedanklichen Sortieren der vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelen Eindrücke, ich helfe dir - komm' gut nach Hause !

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Margitta,

      ich muss noch einiges "verdauen" aber ich lass mir Zeit damit. Je länger ich mir Zeit lasse, um so länger dauert die Reise innerlich. :-)

      Gruß
      Anja

      Löschen
  3. Liebe Anja,
    diese Hochwasser möchte ich nicht selbst erlebt haben! Unvorstellbar!!!
    Jetzt hab ich mal in Ruhe deine letzten Berichte nachgelesen - wie schön, dass du gegen Ende deiner Rundreise so herrlich entspannte Tage verbringst, dich treiben lässt und noch immer so wunderbare Begegnungen und Erlebnisse mitbringst! :D

    AntwortenLöschen
  4. Das war ja gleich noch ein intensiver Tag hinterher. Toll, dass dir Königstein so gefallen hat. Die Anlage ist ja wirklich beeindruckend. Wir waren ja 2013 nach dem letzten Hochwasser zum Festungslauf dort. Da hatten im Ort noch einige Gaststätten und Geschäfte geschlossen. Diese Schäden scheinen nun beseitigt. Die Münzgasse habe ich auch noch nie so leer gesehen. Trotzdem ist Dresden immer schön, aber als wir dort studiert haben, gab es viel mehr Regen- als Sonnentage

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Anja, wunderbare Erlebnisse und Begegnungen hast du auch in den vergangenen Tagen gehabt; auc hwenn ich nicht so viel schreibe, ich gucke immer wieder gern rein. Dresden hab ich vor drei (?) Jahren mal unter ähnlichen Witterungsbedingungen erlebt. Natürlich wäre bunt = schöner, aber eben auch = voller. Ich war eigentlich ganz froh, Zwinger und Frauenkirche fast für mich allein zu haben. :-)

    Viele Grüße,
    Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anne,

      wenn man eine Stadt schon kennt, dann kann man sie in allen Witterungsbedingungen mögen (fast).

      Gruß
      Anja

      Löschen