Samstag, 20. Februar 2016

Tag 34 - Heimkehr II

Probanden: Mein Bester und ich

Sport: Kieser-Training, Wohnmobil putzen, FC-Derby überstehen

Essen: Crepes Meriem (gefüllt mit veganem Hack, Bohnen und Mais... hmmm)

Heimkommen geht in Etappen, physisch ist man sofort da, psychisch braucht man ne Weile. Ich dachte mir, dass es eine gute Idee ist, das Heimkommen mit schönen Aktivitäten zu verbinden, z.B. dem Begleiten des Fußball-Derby Mönchengladbach gegen 1. FC Köln in der Lieblings-FC-Kneipe. Danach nen Liebliengs-Crepes - könnte funktionieren.

Vorher steht aber die erste Nacht bevor und die ist himmlisch. Ich schlafe schon auf dem Sofa ein, setze das in meinem Bett fort und schlafe tief und fest... endlich. Das war so dringend notwendig.

Den Tag starte mit dem Kieser - seit langem nicht, um dort die Duschen zu benutzen, da ist meine zu Hause mir dann doch lieber. Wieder große Augen, als ich mit dem Wohnmobil vor fahre... immer große Augen (zumindest bilde ich mir das ein), wenn ich als Frau so ein Ding steuere, dabei ist es wirklich leicht, liebe Leute. Aber das ist ja auch bald vorbei.

Nach dem Training (auch schon schön, wenn man die Maschinen nicht suchen muss) noch schnell das Schwarzwasser an der Station ablassen und dann ist das WoMo um alles erleichtert, was nicht reingehört.

Der Beste bringt Brötchen mit und wir frühstücken gemeinsam. Ich räume die restlichen Utensilien aus dem WoMo und nachdem ich nicht sonderlich viel Lust dazu verspürte, schnappte ich mir Eimer und Warmwasser, um den Innenraum gründlich zu reinigen.

Und siehe da... es macht Spaß und es dauert mir gar nicht lang genug. Ein schönes Ritual, sich zu verabschieden. Von dem WoMo, von der Reise, von Gedanken und Gefühlen. Ein paar Tränen kullern, geht aber auch schnell vorbei, als der Nachbarknirps neugierig das Fenster öffnet, mich ausfragt und mir mit Tipps und seinem Equipment (Bauhelm, Baubrille) zur Seite stehen will.

Nach getaner Arbeit noch ein paar Fotos als Erinnerung - ich hab wenig im WoMo fotografiert auf der Tour. Hier hab ich also 5 Wochen gewohnt.


Küche

Schlafzimmer

Bad - die Dusche hat mir zwar mehrmals unfreiwillig geduscht aber ansonsten blieb sie unbenutzt.

Tschüss, geliebtes WoMo!
Wohnraum/Fahrerkabine. Den Sitz kann man drehen - dort hab ich gesessen und gelesen, wenn ich Zeit hatte.
Morgen werde ich das gute WoMo abgeben und ich hoffe, dass ich die Tränen gestern dazu schon geweint hab. Alles andere wäre ja peinlich.

Gerade so fertig und dann müssen wir auch schon los. Mind. 1 Stunde vorher in der Lieblings-FC-Kneipe sein, sonst bekommt man bei solchen Spielen keinen Sitzplatz. Während Frank noch nen Parkplatz sucht, suche ich die Sitzplätze. Und hier.. nur eine kleine Auswirkung dessen, was ich auf der Tour gelernt hab... es sind schon die meisten Plätze weg, nur noch Bierbänke, die auf die lange Dauer unbequem sind. Ich stehe auf und frage mich an verschiedenen Tischen nach Optionen durch - einfach fragen, nicht lange nachdenken. Klappt auf den ersten Blick nicht aber nach 10 Minuten kommt der Herr, der mir recht mürrisch ein "besetzt" entgegen geschleudert hatte, auf mich zu und bietet mir seinen Tisch an - geht doch!

Das Spiel ist spannend.


Das Bier kalt und lecker.


Die Stimmung angespannt bis aufgeheizt.


Wir verlieren mit einem 1:0 aber es war schön, das zu erleben, die Atmosphäre zu schnuppern. Dafür liebe ich mein Köln.

Meine Meriem hat sich fürs Foto jetzt nicht aufgehübscht aber sie gehört auch mit zum Bericht. Lecker ist sie nämlich und vegan und das in unserer Lieblings-Crepes-Kneipe, in die wir schon über 20 Jahre gehen.


Wieder schlafe ich auf dem Sofa ein und schleppe mich nur noch ins Bett um noch eine Nacht tief und fest zu schlafen. Meine Güte, hab ich das gebraucht.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    ich habe am Wochenende Deine letzten Reiseberichte gelesen. Du hast nochmal so schöne Orte besucht. Das Schlaubetal fand ich richtig toll! Wow, nach Dresden muss ich auch dringend mal. Ich würde allerdings gerne das Wetter haben, das Du in Leipzig hattest. :)
    Nun bist Du wohlbehalten wieder zu Hause - lebst Dich wieder ein, nimmst Abschied vom WoMo und der Reise. Das Verarbeiten der Eindrücke wird wohl noch etwas dauern. Es war doch irre viel, was Du an Orten und Menschen (zum Teil zum ersten Mal) besucht hast. Das muss erstmal sacken!
    Bald startest Du in Deinen neuen Job - wahrscheinlich noch ganz unwirklich... Alles Gute dafür. Und danke, dass Du uns mitgenommen hast in Deiner Auszeit!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      ich bin so unendlich dankbar, dass so viele verstehen, dass es nicht so einfach ist, das alles so schnell zu verdauen. Das hilft mir, mich nicht für total bekloppt zu halten. :-)

      Danke, dass Du mich mit begleitet hast.

      Gruß
      Anja

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  2. Liebe Anja,
    was für eine schöne Idee, das Ausräumen und Putzen des WoMos mit dem Ablösen und Verabschieden von deiner Tour zu verbinden. :)
    Ich kann mir gut vorstellen, dass da noch ganz viel in dir nacharbeitet. Da tut tiefer, fester Schlaf besonders gut! Und: es ist doch völlig wurscht, was du bei der Rückgabe des WoMos tust. "Die" haben ja keine Ahnung, was du alles mit ihm erlebt hast!

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    1. Liebe Doris,

      ich bin so froh, dass ich mit meinem "Verarbeiten" auf so viel Verständnis stoße. Und ja... die haben keine Ahnung, wirklich nicht.

      Gruß
      Anja

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  3. Wenn zu den Errungenschaften der Fahrt gehört, dass du jetzt zu Hause tief, fest und erholsam schläfst (auch langfristig) dann ist das doch schonmal was ;)

    An meinem Schlaf habe ich ja nicht so sehr viel auszusetzen, finde aber komisch - und das fällt mir hier gerade mal wieder ein - dass ich tendenziell in Hotelbetten deutlich tiefer und besser schlafe als zu Hause. Beim WoMos weiß ich das nicht, ist zu lange her und vor Jahrzehnten habe ich grundsätzlich und überall wie ein Stein gepennt ;)

    Warst du eigentlich schon immer so ein bisschen ein Schlaf-Mimöschen oder hat sich das irgendwann so entwickelt?

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    1. Oh Lizzy, das wäre ein Traum, wenn mir der Schlaf auf ewig hold sein würde.

      Nein, das war nicht immer so. Das hat mit Mitte 20 aus einem Job heraus angefangen und sich irgendwie etabliert. Ich versuche, es so weit wie möglich zu ignorieren oder damit umzugehen. Je mehr ich mich damit beschäftigte, um so schlimmer wird es. Meist komm ich klar und irgendwie gehört es fast zu mir dazu.

      Gruß
      Anja

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    2. So eine Reise ist doch die Gelegenheit, in ein frisches ICH zu schlüpfen oder ein paar Anteile über Bord zu werfen, die nicht mehr gebraucht werden ;)

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